Es war der 14. März 1992. Die Münchner Olympiaalle war seit Wochen ausverkauft. 12000 Tickets. Jeder Platz vergeben. Die Bühne war drei Tage lang aufgebaut worden. Lichttürme, Lautsprecherwände, ein Bühnenbild, das mehr kostete als manche Konzerte in ihrer Gesamtheit. Auf den Straßen rund um die Halle parkten bereits die ersten Fans, obwohl die Show erst in 8 Stunden beginnen sollte.
Manche hatten Zelte aufgestellt, manche waren aus anderen Städten angereist. Eine Frau aus Salzburg hatte ihren Jahresurlaub für diesen Abend aufgespart. Niemand ahnte, dass dieser Abend nie stattfinden würde. Um 9:47 Uhr klingelte in Peter Mafys Hotelzimmer das Telefon. Er hatte schlecht geschlafen. Das passierte ihm vor großem Schuss öfter nicht aus Nervosität, sondern aus einer Art innerer Wachheit, die ihn befiel, wenn etwas Wichtiges bevorstand.
Er lag noch im Bett, starrte an die Decke und dachte an die Setlist, als das Telefon läutete. Es war nicht sein Manager, es war nicht die Halle, es war Klaus. Klaus Berger war kein Musikmensch. Er war Hausmeister in einem kleinen Kinderheim in Neuperlach, einem Stadtteil im Südosten Münchens, den die meisten Münchner nur vom Hören sagen kannten.
Klaus und Peter kannten sich seit fast 20 Jahren nicht als Geschäftspartner, nicht als Kollegen, sondern auf die stille, unspektakuläre Art, wie sich zwei Menschen kennen, die irgendwann beschlossen haben, füreinander da zu sein, ohne viel darüber zu reden. Klaus sagte nicht viel. Er sagte nur, Peter, ich glaube, du musst heute herkommen.
Und dann nach einer kurzen Pause, es geht um Thomas. Thomas Brenner war 9 Jahre alt. Er lebte seit seinem vierten Lebensjahr im Kinderheim St. Nikolaus in Neuperlach. Seine Mutter hatte ihn nicht weggegeben, weil sie ihn nicht liebte. Sie hatte ihn weggegeben, weil sie nicht mehr konnte. Sucht Armut, eine Wohnung, die eigentlich keine war.
Nächte, die kein Kind erleben sollte. Sie hatte ihn an einem Dienstagmorgen zur Heintür gebracht, in den Rucksack mit den Dinosaurierhöften umgehängt und ihn so lange festgehalten, dass der Erzieher schließlich sanft eingegriffen hatte. Thomas hatte nicht geweint. Das war das erste, was Klaus damals auffiel.
Ein vierjähriges Kind, das nicht weinte. In den fünf Jahren, die folgten, war Thomas das geworden, was Heimatze unter sich manchmal das stille Kind nannten, nicht aus Kälte, sondern weil manche Kinder lernen, sich so klein zu machen, dass sie nirgendwo anstoßen. Er aß, was man ihm gab. Er schlief, wenn Schlafenszeit war.
Er sprach, wenn er gefragt wurde, aber er lachte selten und er weinte nie, bis er Peter Mafys Musik entdeckte. Es war Klaus gewesen, der ihm die Kassette gegeben hatte. Zufällig, fast beiläufig, er hatte sie in einer Schachtel mit alten Sachen gefunden und sie Thomas hingehalten, weil der Junge gerade nichts zu tun hatte und Klaus nicht wusste, was er sonst mit einer alten Kassette anfangen sollte.
Thomas hatte sie eingelegt und war nicht mehr derselbe. Niemand konnte genau erklären, was passierte, wenn Thomas Peter Mafis Stimme hörte. Die Erzieherinnen versuchten es trotzdem. Sie sagten: “Es sei so gewesen, als würde sich etwas in ihm entspannen, das die ganze Zeit angespannt gewesen war, als würde jemand einen Knoten lösen, den kein Arzt hatte finden können.

” Thomas hörte die Kassette jeden Abend. Er lernte jede Zeile auswendig. Er sah leise mit, wenn er glaubte, niemand hörte. Und einmal Klaus erzählte es später mit einer Stimme, die er nicht ganz unter Kontrolle hatte. Einmal hatte er Thomas gefunden, wie er allein in der Spielzeugcke saß, die Augen geschlossen und eine Zeile immer wieder wiederholte, so leise, dass man die Lippen lesen musste. Wir werden uns wiedersehen.
Im Januar 1992 hatte Thomas aufgehört zu essen. Nicht auf einmal. Zuerst ließ er den Nachttisch stehen, dann das Abendessen. Die Erzieherinnen glaubten zuerst, es sei eine Phase. Der Kinderarzt fand nichts körperliches, aber Thomas wurde schmaler, stiller, noch kleiner irgendwie, als wäre er dabei, sich aus der Welt zurückzuziehen auf eine Art, die kein Erwachsener aufhalten konnte, weil niemand genau wusste, wo der Weg begonnen hatte.
Die Heinleiterin hatte Klaus ins Büro gebeten. “Wir machen uns Sorgen”, hatte sie gesagt. Er spricht kaum noch. Er geht nicht mehr raus. Er hört nur noch diese eine Kassette. Klaus hatte einen Moment geschwiegen. Dann hatte er gefragt: “Darf ich etwas versuchen?” Was Klaus versuchte, war folgendes: Er schrieb einen Brief, einen einfachen Brief auf einem karrierten Blattpapier mit einem Kugelschräuber, dessen Tinte manchmal aussetzte.
Er schrieb nicht den Namen des Heims. Er schrieb nicht als Hausmeister. Er schrieb als der Mann, der Thomas jeden Morgen beim Frühstück gegenüber saß und wusste, dass dieser Junge noch da war, irgendwo hinter dieser Stille. Er schrieb Peter Mafi. Er erklärte nicht viel. Er beschrieb Thomas nicht seine Krankengeschichte, nicht seine Diagnosen, sondern ihn, den Jungen, der Dinosaurierbücher sammelte.
Der Kassettenrekorder so hielt, als wäre er etwas Heiliges, der mit geschlossenen Augen sang und dachte: Niemand sehe ihm zu. Am Ende des Briefes schrieb Klaus einen einzigen Satz, der keine Bitte war und keine Forderung, nur eine Feststellung. Ich weiß nicht, ob ihre Musik einem Kind das Leben retten kann. Aber ich weiß, daß sie das einzige ist, bei dem Thomas noch wirklich da ist.
Er schickte den Brief ab und rechnete nicht damit, je eine Antwort zu bekommen. Peter Mafai erhielt täglich hunderte Briefe. Er lass sie nicht alle selbst, das war unmöglich. Aber er hatte seiner Assistentin einmal gesagt, es gebe eine Art Brief, die sie ihm immer geben solle, egal wie viele andere warteten.
Die Briefe, die nicht um etwas baten. Die Briefe, die einfach erzählten. Klaus Brief landete drei Wochen später auf Peters Nachttisch. Er lass ihn zweimal. Dann rief er Klaus an. Das Gespeicherte fast eine Stunde. Klaus erzählte von Thomas, von der Kassette, von den geschlossenen Augen, von dem Satz, den der Junge immer wieder wiederholte.
Peter hörte zu, ohne zu unterbrechen. Irgendwann fragte er, wie geht es ihm jetzt? Klaus schwieg einen Moment. Nicht gut, sagte er dann. Er ist noch da, aber ich weiß nicht, wie lange noch. Peter sagte nichts. Klaus hörte ihn atmen. Dann sagte Peter: “Ich komme.” Am Morgen des 14.
März, dem Tag der Olympiahallen Show, rief Peter seinen Manager an. Thomas Gottschalk war nicht derselbe Gottschalk. Es war ein anderer Thomas, ein Mann mit grauem Haar und 30 Jahren Erfahrung im Musikgeschäft, der in diesem Moment genau wusste, was dieser Anruf bedeutete, bevor Peter auch nur einen Satz gesagt hatte. Peter, ich muss heute nach Neukerlach.
Das Konzert, ich weiß. 12.00 Menschen. Peter, die Halle, die Kosten, die ich weiß, sagte Peter noch einmal. Ruhig, ohne Entschuldigung, ohne Zögern. Es gab eine lange Pause. Dann was soll ich sagen? Sag die Wahrheit, sagte Peter. Sag, es gibt einen persönlichen Grund. Mehr nicht. Die Absage traf München wie ein kleines Erdbeben.
Fans, die stundenlang vor der Halle gestanden hatten, standen mit Tickets in der Hand und verstanden nicht, was geschah. Radiomoderatoren spekulierten. Boulevardzeitungen druckten Schlagzeilen über Krankheit, über Streit, über Vertragsprobleme. Das Wort Skandal viel mehr Mais. Niemand wusste, wo Peter Maf wirklich war.
Er saß in einem kleinen Zimmer in einem Kinderheim in Neuperlach. Keine Kameras, keine Mikrofone, keine Bühne, nur ein Stuhl, ein Bett und ein neunjähriger Junge, der ihn mit großen Augen ansah, als würde er nicht sicher sein, ob er schlief oder wachte. Klaus hatte Thomas nicht gesagt, wer kommen würde.

Er hatte nur gesagt, er solle sich heute ruhig hinsetzen und warten. Als Peter die Tür öffnete, sagte Thomas kein Wort. Er sah ihn an und dann zum ersten Mal seit Monaten weinte er. Peter blieb 4er Stunden. Er brachte keine Gitarre mit. Er brachte kein Autogramm, kein Foto, keine Merchanise. Er brachte sich selbst und eine alte Kassette, dieselbe Kassette, auf der die jeder waren, die Thomas auswendig kannte, aber diesmal unterschrieben auf dem Cover mit einem Satz, den nur Thomas lesen würde.
Sie redeten über Dinosaurier. Thomas wusste mehr darüber, als Peter je vergessen hatte. über Münchner Straßen, über nichts Wichtiges und über alles Wichtige. Irgendwann fragte Thomas: “Warum sind Sie hergekommen?” Peter dachte kurz nach. “Weil du da warst”, sagte er, “Weil Klaus mir erzählt hat, dass du jeden Abend meine Musik hörst und weil mir das wichtiger war als eine Halle.
” Thomas sah ihn lange an. Aber 12000 Menschen, die werden wiederkommen, sagte Peter. Du bist heute hier. Das ist nicht dasselbe. 24 Stunden nach der Absage berichtete kleine Münchner Lokalzeitung als erste die Wahrheit. Ein Journalist hatte durch einen Kontakt im Heim erfahren, was wirklich passiert war. Er schrieb keinen reißerischen Artikel.
Er schrieb drei ruhige Absätze über Klaus, über Thomas, über einen Mann, der 12000 Tickets, eine fertig aufgebaute Bühne und seinen eigenen Ruf beiseite gelegt hatte, um in einem kleinen Zimmer in Neuperlach zu sitzen. Die Geschichte verbreitete sich langsam, dann schnell, dann überall. Fans, die wütend gewesen waren, schwiegen. Manche weinten.
Eine Frau aus Salzburg, dieselbe, die ihren Jahresurlaub für das Konzert aufgespart hatte, schrieb einen Brief ans Hein. Darin stand, dass sie das Ticket nicht zurückgeben wolle, dass es ihr Beitrag sei. Innerhalb einer Woche hatten über 200 Menschen dem Heim St. Nikolaus gespendet. Das Nachholkonzert fand 6 Wochen später statt.
Peter betrat die Bühne der Olympiahalle, stellte sich ans Mikrofon und sagte, bevor er die erste Note sang, einen Satz. Dieses Konzert ist für jemanden, der mir gezeigt hat, was wirklich zählt. Er sagte keinen Namen. Er musste es nicht. Thomas Brenner wurde im Sommer desselben Jahres von einer Familie adoptiert.
Klaus sagte später, er könne nicht mit Sicherheit sagen, ob der Besuch von Peter der Wendepunkt gewesen war. Aber er sagte auch, dass Thomas in den Wochen danach wieder hasß, wieder rausging, wieder sang. Dieselben Lieder mit geschlossenen Augen, aber diesmal lächelte er dabei. Peter Maf sprach selten über diesen Tag, nicht aus Bescheidenheit, sondern weil er der Meinung war, dass manche Dinge ihren Wert verlieren, wenn man zu viel darüber redet.
Er sagte einmal in einem Interview Jahre später auf eine beiläufige Frage nach seiner größten Konzerterinnerung. Das war kein Konzert. Der Journalist hackte nach. Peter schwieg einen Moment. Dann sagte er: “Die größten Momente im Leben sind meistens die, bei denen keine Bühne dabei ist.
Die Bühne in der Olympiahalle wurde an diesem Abend abgebaut, ohne dass sie ein Lied gespielt worden war. 12.00 00 leere Stühle, Lichttörme, die nie aufleuchteten. Ein Mikrofon, das schwieg und irgendwo in Neuperlach ein neunjähriger Junge, der an diesem Abend zum ersten Mal seit Monaten einschlief, bevor die Kassette zu Ende war. M.
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