Es sind diese Momente, in denen einem als Bürger fast der Atem stockt, weil man kaum glauben kann, was auf der politischen Weltbühne passiert. Während wir uns in Deutschland an den Zapfsäulen seit Monaten verwundert die Augen reiben und zusehen müssen, wie unser hart verdientes Geld mit jedem Liter Benzin oder Diesel buchstäblich in Luft aufgeht, passiert im Süden Europas etwas, das man getrost als politisches Erdbeben bezeichnen kann. Ein Paukenschlag, der uns eindrucksvoll und auf fast schon schmerzhafte Weise vor Augen führt, was möglich ist, wenn der politische Wille da ist. Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat ihr Land und die herrschenden Marktmechanismen einfach mal eben auf den Kopf gestellt – und zwar nicht mit endlosen Debatten, sondern mit purer Tatkraft.

Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Sie wachen morgens auf, fahren zur Tankstelle auf dem Weg zur Arbeit, und der Preis für den Liter Sprit ist über Nacht um unglaubliche 25 Cent gefallen. Kein Traum, keine Utopie, sondern in Italien jetzt handfeste Realität. Durch ein einfaches, aber entschlossenes Dekret hat die italienische Regierung die Preise massiv nach unten korrigiert. Der Sprit in Italien, der traditionell ohnehin nicht zu den günstigsten in Europa gehörte, ist nun sogar spürbar billiger als bei uns im vermeintlich so reichen und gut organisierten Deutschland. Und das Wichtigste daran: Diese Entlastung passierte sofort, ohne Wenn und Aber, ohne endlose Diskussionen in irgendwelchen Hinterzimmern.

Das italienische Wunder: Handeln statt Reden

Was in Rom passiert ist, ist mehr als nur eine fiskalische Maßnahme; es ist ein starkes Symbol. Meloni zeigt der Welt und vor allem dem eigenen Volk, dass Politik durchaus noch in der Lage ist, die Lebensrealität der Menschen aktiv und positiv zu gestalten. Ein Dekret wird verfasst, unterzeichnet, und schon purzeln die Preise. Die einfache, arbeitende Bevölkerung, die Pendler, die Handwerker, die Logistikunternehmen – sie alle spüren diese Entlastung sofort in ihrem Geldbeutel. Es ist eine Maßnahme, die echten Respekt abnötigt, völlig unabhängig davon, wie man sonst zu der italienischen Regierungschefin stehen mag. Hier wird nicht taktiert, hier wird regiert.

Dieser Vorgang entlarvt schonungslos die lethargische und schwerfällige politische Kultur, die wir uns in Deutschland angewöhnt haben. Wenn wir den Blick über die Alpen zurück in unsere Heimat richten, bietet sich ein Bild des Jammers. Wie reagiert die Bundesregierung auf die explodierenden Mobilitätskosten, die immer mehr Familien an den Rand der finanziellen Verzweiflung treiben? Mit einem Wort: Bürokratiemonster.

Deutschlands Diskussionen im luftleeren Raum

Während die Italiener an der Zapfsäule jubeln, wird in Deutschland seit Tagen, Wochen und Monaten nur debattiert. Die Lösungsansätze, die aus Berlin präsentiert werden, wirken fast schon komisch, wenn der Hintergrund nicht so ernst wäre. Da wird ernsthaft darüber philosophiert, ob man den Tankstellen vorschreiben soll, ihre Preise nur noch einmal am Tag ändern zu dürfen. Man diskutiert darüber, dem Bundeskartellamt noch mehr Rechte, noch mehr Prüfbefugnisse und noch mehr Personal zu geben, damit diese Behörde jahrelange Untersuchungen gegen die Mineralölkonzerne anstellen kann.

Das Ergebnis für den Bürger an der Kasse? Gleich null. Es ist alles nur Theorie, endloser Papierkram und abstrakte politische Philosophie. Niemand – absolut niemand – wird dadurch auch nur um einen einzigen Cent entlastet. Das Kartellamt mag Aktenordner füllen und die Politiker mögen sich in Talkshows profilieren, aber der Pendler, der morgens um sechs Uhr sein Auto volltanken muss, um überhaupt seiner Arbeit nachgehen zu können, bleibt auf den horrenden Kosten sitzen. Deutschland hat sich in einem Netz aus Bedenken, Regularien und ideologischen Grabenkämpfen verfangen, aus dem es scheinbar keinen Ausweg mehr findet.

Die billigen Ausreden der etablierten Politik

Das Schlimmste an dieser Misere sind jedoch die ewig gleichen Ausreden, die uns von der politischen Kaste serviert werden. Wenn der Unmut in der Bevölkerung wächst, wird reflexartig mit dem Finger auf andere gezeigt. “Die bösen Konzerne sind schuld, die sich die Taschen vollmachen”, heißt es dann. Oder: “Der globale Weltmarkt und die Krisen treiben die Preise.” Gewiss, das sind Faktoren. Aber sie erklären nicht, warum der Staat, der bei jedem Liter Sprit der größte Preistreiber ist, nicht bereit ist, auf einen Teil seiner gewaltigen Steuereinnahmen zu verzichten. Die Abgabenlast auf Energie ist in Deutschland geradezu erdrückend. Mineralölsteuer, CO2-Steuer, Mehrwertsteuer – der Staat verdient an jedem Preisanstieg kräftig mit.

Anstatt dieses grundlegende Problem anzugehen und die Steuern temporär oder dauerhaft radikal zu senken, um die Bürger vor der Inflation zu schützen, versteckt man sich hinter Floskeln. Die traurige Wahrheit ist: Die politischen Entscheider in Deutschland trauen sich nicht an die Kernprobleme heran. Und am Ende zahlen wir Bürger weiter drauf. Es ist fast schon verrückt, wie langsam, zögerlich und ängstlich hierzulande Entscheidungen fallen, während in anderen Ländern beherzt gehandelt wird.

Giorgia Meloni Is Orbánizing the EU | IWM WEBSITE

Die zerstörerische Kraft hoher Energiekosten

Man darf dabei nicht vergessen, welch fatale Auswirkungen diese zögerliche Haltung auf unsere gesamte Volkswirtschaft hat. Hohe Kraftstoffpreise sind Gift für die Wirtschaft. Sie machen den Transport von Gütern teurer, was sich unweigerlich auf die Preise im Supermarkt niederschlägt. Die Inflation wird dadurch künstlich weiter angeheizt. Der kleine Handwerksbetrieb muss höhere Anfahrtskosten berechnen, der Pflegedienst kämpft mit den Spritkosten für seine Fahrzeugflotte. Und der ganz normale Arbeitnehmer, der auf dem Land lebt und auf das Auto angewiesen ist, verliert einen immer größeren Teil seines Nettogehalts nur dafür, dass er überhaupt zur Arbeit kommen darf.

Wenn die Politik hier nicht eingreift, zerstört sie langfristig den Wohlstand der Mittelschicht. Meloni hat das in Italien offensichtlich verstanden. Sie begreift, dass eine Entlastung an der Zapfsäule kein Geschenk an die Konzerne ist, sondern ein dringend notwendiger Konjunkturmotor für die eigene Bevölkerung. Wer Mobilität bezahlbar hält, hält auch die Wirtschaft am Laufen und sichert den sozialen Frieden.

Ein Weckruf für Deutschland: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg

Die Ereignisse in Italien müssen für uns in Deutschland ein gewaltiger Weckruf sein. Giorgia Meloni macht es uns allen vor: Wenn der Wille da ist, geht es sofort. Diese klare, unmissverständliche Erkenntnis sollte jeden Wähler aufrütteln. Wir dürfen uns nicht länger erzählen lassen, dass Veränderungen Jahre dauern müssen. Wir dürfen uns nicht länger mit Untersuchungsausschüssen und bürokratischen Nebelkerzen abspeisen lassen.

Politik ist kein Naturgesetz, das man tatenlos hinnehmen muss. Politik wird von Menschen gemacht, und Menschen können Entscheidungen treffen. Wenn die derzeitige Regierung nicht in der Lage oder nicht willens ist, solche entschlossenen Schritte zu gehen, dann müssen die Bürger lauter werden. Wir stehen momentan nur daneben und schauen fassungslos zu, wie uns andere europäische Nationen vormachen, wie pragmatisches Regieren funktioniert.

Es ist unglaublich, aber es ist wahr: Die Lösung liegt oft viel näher, als man denkt. Man muss sie nur greifen wollen. Das italienische Vorbild zeigt, dass die Macht der Politik, Positives zu bewirken, noch lange nicht erloschen ist. Es fehlt in Deutschland offensichtlich nur an jenen Politikern, die den Mut haben, diese Macht auch zum Wohle des eigenen Volkes einzusetzen. Merken wir uns eins: Wer wirklich will, der kann handeln. Und wer nur redet, der will offenbar nicht. Es liegt nun an uns, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen.