Auf einem kleinen, ruhigen Friedhof in Gräfelfing bei München ruht ein ungeschliffener Fels. Wer davor steht, bemerkt sofort eine ganz besondere, vertraute Gravur: Der Name auf dem Stein ist in der Handschrift des Verstorbenen gehalten. Es ist exakt jener schwungvolle Schriftzug, der unzählige Autogrammkarten zierte und in den Erinnerungen von Millionen Menschen fest verankert ist. Doch dieses Grab in Bayern gehört weder einem gebürtigen Münchner noch einem Berliner. Es ist die letzte Ruhestätte eines Franzosen. Ein Mann, der in der wilden Bretagne geboren wurde, in den Dschungeln Indochinas um sein Leben kämpfte und drei Jahrzehnte lang in der Nähe von Paris residierte. Dennoch verfügte dieser Mann ausdrücklich, dass sein Grab in Bayern liegen sollte. „Meine ewigen Jagdgründe liegen in Deutschland“, sagte er zwei Jahre vor seinem Tod. Wenn er einmal gehen müsse, wolle er, dass seine geliebte Ehefrau in der Nähe ihrer Familie sei. Dieser Mann war Pierre Louis Le Bris, besser bekannt als Pierre Brice. Ein Mann, der in Deutschland für Generationen unsterblich wurde, in seiner französischen Heimat jedoch zeit seines Lebens ein Unbekannter blieb.

Das Leben des Pierre Brice ist geprägt von unglaublichen Kontrasten. Während ihn in der Bundesrepublik erstaunliche 82 Prozent der Bevölkerung kannten, er mit zwei Bambis und dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, war er in seinem Heimatland ein Phantom. In Frankreich gab es keine nennenswerten Filme mit ihm, keine kreischenden Menschenmengen, keine landesweiten Auszeichnungen. Um diesen außergewöhnlichen Widerspruch zu verstehen, muss man die glitzernde Welt von Hollywood und die atemberaubenden Kulissen der jugoslawischen Drehorte verlassen und in die Vergangenheit reisen – zurück in den Sommer 1940 nach Brest, als die dunklen Wolken des Zweiten Weltkriegs über Frankreich aufzogen.
Pierre Le Bris war elf Jahre alt, als die deutsche Wehrmacht in Frankreich einmarschierte. Er stammte aus altem bretonischem Adel; sein Vater war Marineoffizier und befand sich auf See. Seine Mutter flüchtete mit Pierre und seiner älteren Schwester Yvon in das Dorf Lesneven zu einer Tante. Der junge Pierre war gerade einmal zehn Jahre alt, als er sich dem französischen Widerstand, der Résistance, anschloss. Es war eine gefährliche, tödliche Zeit. Als Botenjunge lief er heimlich zwischen den Widerstandsgruppen hin und her, um lebenswichtige Nachrichten zu überbringen, die niemals am Telefon besprochen werden durften. Wäre er von den Besatzern geschnappt worden, hätte das seinen sicheren Tod bedeutet. Er sah die Schrecken des Krieges, barg Verletzte aus den Trümmern bombardierter Straßen und lernte viel zu früh die dunkelsten Seiten der menschlichen Natur kennen.
Dennoch bewahrte sich Pierre Brice eine außergewöhnliche Größe des Herzens. Er hasste nicht die Deutschen, er hasste die Nationalsozialisten. Diese feine, aber entscheidende Unterscheidung behielt er sein gesamtes Leben bei. Er machte die Deutschen nicht kollektiv für die Gräueltaten verantwortlich. Ein Zehnjähriger, der den Feind nicht nach Passzugehörigkeit, sondern nach Menschen und Unmenschen sortierte – er rettete sogar zwei deutschen Soldaten das Leben, indem er sie den Amerikanern auslieferte, anstatt sie bewaffneten Partisanen zu überlassen. Genau diese unglaubliche Toleranz und menschliche Tiefe sollten ihn später in die Lage versetzen, der Liebling eines Volkes zu werden, das noch stark mit den Narben der eigenen Vergangenheit rang.
Nach dem Krieg schien sein Lebensweg vorgezeichnet. Die Tradition des bretonischen Adels verlangte nach Offizieren oder Anwälten. Pierre schloss sich der Marineakademie an, wurde Kampftaucher in Algerien und schließlich Fallschirmjäger im Indochinakrieg im heutigen Vietnam. Dort starrte er dem Tod direkt ins Gesicht. Als sein Trupp eine Mine auslöste, wurde Pierre durch die gewaltige Wucht der Explosion durch die Luft geschleudert. Wie durch ein Wunder blieb er nahezu unverletzt, während seine Kameraden grauenhaft verstümmelt wurden. Dieses traumatische Erlebnis brannte sich in seine Seele ein. Als er 1951 mit drei Tapferkeitsmedaillen nach Frankreich zurückkehrte, fasste er einen unumstößlichen Entschluss: „Nie wieder.“ Er würde nie wieder zur Waffe greifen.
Gegen den Widerstand seiner adeligen Familie entschied sich Pierre, Schauspieler zu werden. Er nahm Unterricht bei einem russischen Einwanderer in Paris, schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch, verkaufte Schreibmaschinen und Trockenobst. Er trat sogar als Tänzer in einer Artistengruppe auf. Ein Baron, der in Paris getrocknete Früchte anpreist, während ein anderer junger Mann namens Alain Delon gerade zum großen Star aufstieg. Pierre und Delon sahen einander zum Verwechseln ähnlich, doch für zwei Delons war im französischen Kino schlichtweg kein Platz. Pierre schien auf Nebenrollen und ein Leben im künstlerischen Schatten abonniert zu sein.

Der Wendepunkt, der ein historisches Ausmaß annehmen sollte, ereignete sich 1962 in Berlin. Während der Berlinale saß Pierre im Publikum, als der legendäre deutsche Filmproduzent Horst Wendlandt ihn ununterbrochen anstarrte. Wendlandt bereitete die Verfilmung des Karl-May-Klassikers „Der Schatz im Silbersee“ vor. Der blonde Held Old Shatterhand war mit dem ehemaligen Tarzan-Darsteller Lex Barker bereits besetzt, doch der passende Indianerhäuptling fehlte noch. Als Wendlandt den Franzosen sah, stand fest: Der oder keiner.
Pierre Brice war anfänglich alles andere als begeistert. In den amerikanischen Western, die er kannte, waren die Ureinwohner stets die Verlierer. Zudem war er frisch verliebt und sehnte sich nach einem entspannten Yachturlaub. Von Karl May hatte er noch nie etwas gehört. Erst als seine hartnäckige Agentin ihn dazu drängte, die französische Ausgabe des Buches zu lesen, wendete sich das Blatt. Dieser Indianer war anders. Er besaß Würde, Weisheit und kämpfte mit unerschütterlichem Stolz für sein Volk. Als die Dreharbeiten in Jugoslawien begannen, konnte Pierre weder vernünftig reiten noch ein Wort Deutsch sprechen. Er musste für die deutschen Kinos synchronisiert werden – doch seine Ausstrahlung durchdrang die Leinwand.
„Der Schatz im Silbersee“ wurde ein gigantischer Triumph und lockte rund 10 Millionen begeisterte Zuschauer in die Lichtspielhäuser. Pierre Brice war plötzlich kein unbekannter Trockenobstverkäufer mehr. Er wurde zum Idol einer ganzen Nation. Der Hype nahm skurrile Züge an: Obwohl er kein Deutsch verstand, brachte man ihn dazu, deutsche Lieder aufzunehmen. Laut für Laut, streng phonetisch, ohne jegliches inhaltliches Verständnis, sang er Hits wie „Ich stehe allein“ ein. Im Jahr 1964 stand er damit in den Bravo-Charts auf Platz 3 – noch vor internationalen Legenden wie den Beatles. Als sein Charakter im dritten Film tragisch erschossen wurde, brach in Deutschland ein beispielloser Sturm der Entrüstung los. Briefe überfluteten die Produktionsfirma, Fans drohten mit Boykott, sodass Wendlandt gezwungen war, den Helden auf der Leinwand wieder auferstehen zu lassen.
Doch der gewaltige Ruhm brachte einen unsichtbaren goldenen Käfig mit sich. Pierre Brice würde diese Rolle nie wieder loswerden. In Frankreich ignorierte man ihn nach wie vor, in Deutschland verlangte man ausschließlich den edlen Häuptling von ihm. Acht Jahre lang versuchte er verzweifelt, das Indianer-Image abzuschütteln – vergeblich. Es war ein bitterer Beigeschmack für einen Mann, der in sich so viele unentdeckte Facetten trug. In seiner auf Französisch verfassten Autobiografie, der er neun Monate widmete, räumte er seiner Kindheit im besetzten Frankreich weitaus mehr Raum ein als dem gesamten Kino-Phänomen.
Trotz dieser Zerrissenheit fand er seinen ultimativen Anker im Leben: die Liebe. Bereits in den 1960er Jahren hatten ihm drei junge Drillingsschwestern aus der Oberpfalz einen charmant unbeholfenen Fanbrief auf Englisch geschrieben. Er ignorierte ihn. Doch das Schicksal hatte andere Pläne. 1976 traf er auf dem Münchner Filmball Hella Krekel, eine der drei Schwestern. Obwohl sie 20 Jahre jünger war und sich längst nicht mehr für seine Filmrolle interessierte, verliebten sie sich unsterblich ineinander. Hella interessierte sich für den Mann hinter der Maske – für den Bretonen, der den Tod kannte und der das Leben zutiefst zu schätzen wusste.
1981 heirateten sie in einer kleinen Kapelle im malerischen Loiretal. Sie zogen in ein idyllisches Jagdschloss nördlich von Paris. Dreißig Jahre lang lebten sie dort ein zurückgezogenes, erfülltes Leben mit Pferden und Hunden. Pierre kochte jeden Tag für seine Frau. Der einzige schmerzhafte Schatten über dieser perfekten Ehe war die ungewollte Kinderlosigkeit. Beide hätten sich sehnlichst Nachwuchs gewünscht, doch dieser Wunsch blieb unerfüllt. Der Schmerz verband sie jedoch nur noch enger miteinander; sie wurden ein unzertrennliches Team, getragen von tiefstem Vertrauen und absoluter Loyalität.

Für ihren gemeinsamen Lebensabend planten sie schließlich die Rückkehr nach Deutschland. In Garmisch-Partenkirchen ließen sie eine Villa bauen, um dort mit Hellas Schwestern unter einem Dach alt zu werden. Pierre Brice wollte in jenem Land ruhen, das ihm eine Heimat gegeben hatte. Doch zum Einzug kam es nicht mehr. Im Mai 2015 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand dramatisch. Als er in ein Krankenhaus nahe Paris gebracht wurde, wich Hella keine Sekunde von seiner Seite. Am Morgen des 6. Juni 2015 öffnete der 86-jährige Pierre ein letztes Mal die Augen, lächelte seine geliebte Frau an und verabschiedete sich mit einem stummen „Adieu“. Er schlief friedlich in ihren Armen ein. Der Mann, der als Soldat dem Tod so oft in die Augen geschaut hatte, fürchtete ihn nicht mehr.
Die emotionale Trauerfeier in der Münchener Jesuitenkirche St. Michael wurde zu einem ergreifenden Tribut an ein außergewöhnliches Leben. Während die unvergessliche Melodie seiner Filme erklang und der Sarg mit der französischen Trikolore und seinen Militärorden geschmückt war, weinten Tausende. Pierre Brice, der rastlose Suchende aus der Bretagne, wurde in Bayern zu Grabe getragen. Drei Jahre nach seinem Tod offenbarte sich ein letztes, zutiefst romantisches Geheimnis. Als Hella alte Bücher und Kisten in seinem Arbeitszimmer durchging, fand sie zahlreiche versteckte Liebesbriefe, die er bewusst für sie dort platziert hatte. Eine späte Umarmung aus der Ewigkeit. Jeden Tag spürt sie seine Präsenz, wenn sie am Abend meditiert und eine Kerze anzündet. Pierre Brice hat vielleicht zeitlebens nach einem festen Ort gesucht, an den er gehört. Gefunden hat er diese Heimat letztendlich nicht auf den Landkarten Frankreichs, sondern in der bedingungslosen Liebe seiner Frau und in den treuen Herzen von Millionen Deutschen.
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