Es ist ein Thema, das Millionen von Bürgern täglich spüren, wenn sie den Zapfhahn an der Tankstelle in die Hand nehmen: Die Preise explodieren, das Portemonnaie wird leerer, und das Vertrauen in die politische Führung schwindet zusehends. Inmitten dieser angespannten Lage, in der Rekordeinnahmen für den Staat und existenzielle Sorgen für den Bürger Hand in Hand gehen, erhebt sich eine deutliche Stimme der Kritik. Antje Hermenau, erfahrene Politikerin und scharfe Beobachterin des politischen Geschehens, zerlegt in einer schonungslosen Analyse das Agieren der aktuellen und vergangenen Regierungen in der Energiekrise. Ihre Thesen sind provokant, ihre Schlussfolgerungen alarmierend – und sie treffen den Nerv einer Gesellschaft, die sich zunehmend alleingelassen fühlt.
Der Staat als größter Profiteur an der Zapfsäule

Der Frust ist groß. Die viel gepriesenen Maßnahmen der Regierung, wie etwa die “Einmalregel”, die vorschreiben sollte, dass Tankstellen ihre Preise nur einmal am Tag erhöhen dürfen, haben sich als kolossaler Fehlschlag erwiesen. Statt einer Entlastung erlebten die Verbraucher eine kontinuierliche Preisspirale nach oben. Doch während der Autofahrer ächzt, klingelt es in der Kasse des Staates mächtig. Hermenau formuliert eine steile, aber schlüssige These: Der Staat verdient über 50 Prozent an jedem Liter Benzin und Diesel mit. Durch die prozentuale Erhebung der Mehrwertsteuer auf ohnehin schon hohe Grundpreise und zusätzliche Abgaben wie die CO2-Steuer, spült die Krise dem Finanzminister hunderte Millionen Euro in die Kasse – allein über das Osterwochenende wurden Rekordsummen generiert.
Anstatt wie Italien oder Polen pragmatisch und schnell zu handeln – etwa durch eine drastische Senkung der Steuern auf Kraftstoffe –, verliert sich die deutsche Politik in bürokratischen Maßnahmen. Eine neue “Taskforce” soll nun prüfen, ob die Mineralölkonzerne zu hohe Gewinne einfahren, und die Einführung einer Übergewinnsteuer steht im Raum. Für Hermenau ist dies nichts weiter als typisch deutsche Bürokratie, die das Problem verschleppt. Bis solche Gesetze verabschiedet sind, ist der Bürger längst finanziell ausgeblutet. Die Forderung ist klar: Eine sofortige Aussetzung oder Streichung der CO2-Steuer, um die grassierende Inflation an der Tankstelle zu stoppen. Wir zahlen mittlerweile Steuern auf Steuern – ein unhaltbarer Zustand, der das tägliche Leben, von der Fahrt zur Arbeit bis zum Brötchenkauf, extrem verteuert.
Symbolpolitik und der Angriff auf die Autoindustrie
Die Diskussion um Entlastungen wird oft von ideologischen Nebelkerzen begleitet. Die Forderung nach einem allgemeinen Tempolimit auf Autobahnen, getarnt als Energiesparmaßnahme, wird von Experten als reine Symbolpolitik entlarvt. Wer fährt bei diesen Spritpreisen noch freiwillig 220 km/h? Die meisten Autofahrer haben ihren Fuß längst vom Gas genommen, um Kosten zu sparen. Doch Hermenau wittert hinter solchen Forderungen eine tiefergehende Absicht: Den gezielten Angriff auf das Herzstück der deutschen Wirtschaft – die Automobilindustrie.
Deutsche Autobahnen ohne Tempolimit waren stets das beste Verkaufsargument und die härtesten Teststrecken für Premium-Fahrzeuge, die weltweit Exportschlager sind. Ein Tempolimit, das im Mantel der Krisenbewältigung eingeführt und danach nie wieder abgeschafft wird, könnte dieser Industrie den Todesstoß versetzen. “In 10 Jahren werden wir zurückblicken entweder auf ein Land, das seine Industrie verloren hat, oder auf ein Land, das Klimaschutz und Wohlstand vereint”, zitiert ein aktueller Gastbeitrag von Wirtschaftsministerin Katharina Reiche in der FAZ. Dieser Satz ist eine dramatische Warnung. Wenn die Politik weiterhin gegen die Interessen der Wirtschaft handelt, werden Unternehmen ihre Konsequenzen ziehen. Die Industrie sagt dann schlichtweg “Tschüss”, weil die bürokratischen und finanziellen Hürden in Deutschland untragbar werden.

Die Energiewende: Ein teurer Irrweg ohne Technologieoffenheit?
Ein weiterer Kernpunkt der Kritik ist die völlig verfehlte Umsetzung der Energiewende. Die Realität sieht düster aus: Der deutsche Steuerzahler blättert jährlich fast drei Milliarden Euro dafür hin, dass Windräder und Solaranlagen zwangsabgeschaltet werden. Der Grund? Unsere Stromnetze sind völlig unzureichend ausgebaut und können den produzierten Strom nicht aufnehmen. Es ist eine massive Verschwendung von Ressourcen und Geldern, die das Vertrauen in die Machbarkeit der Klimaziele nachhaltig beschädigt.
Hermenau plädiert für einen pragmatischen Paradigmenwechsel und fordert echte Technologieoffenheit. Die Illusion, dass erneuerbare Energien allein die Bereiche Verkehr, Heizung und Industriewärme stemmen können, müsse fallen. Gas sei als Brückentechnologie unverzichtbar für das Überleben der Industrie. Ihre Vorschläge sind radikal, aber sie bieten einen Ausweg aus der Sackgasse: Ein vorläufiger Stopp des Ausbaus erneuerbarer Energien, bis die Infrastruktur steht. Die weitere Nutzung von fossilen Brennstoffen, inklusive des Einsatzes von CCS-Technologie (Carbon Capture and Storage), um CO2 abzuscheiden. Und am brisantesten: Eine Rückkehr zur Atomkraft. Hermenau schlägt vor, alte Kernkraftwerke wieder hochzufahren und langfristig auf neue, kleine Modularkraftwerke (SMRs) zu setzen. Nur so, mit einem diversifizierten Energiemix nach französischem Vorbild, lasse sich eine stabile, CO2-arme und wirtschaftlich tragfähige Zukunft sichern.
Das politische Versagen und die Suche nach Verantwortung

Die gegenwärtige Misere ist kein plötzliches Naturereignis, sondern das Resultat jahrelanger politischer Fehlentscheidungen. Dass nun ausgerechnet eine Wirtschaftsministerin der CDU einen “Weckruf” in der FAZ publiziert, wertet Hermenau als Akt der Verzweiflung. “Denen steht das Wasser bis zum Hals”, konstatiert sie. Die Erkenntnis sickert langsam durch, dass die Deindustrialisierung Deutschlands kein Schreckgespenst mehr ist, sondern bittere Realität wird. Man versucht nun, mit Versuchsballons die Reaktionen der ideologisch verbohrten Koalitionspartner zu testen.
Doch die Verantwortung darf nicht nur der aktuellen Regierung zugeschoben werden. Hermenau nimmt auch Ex-Kanzlerin Angela Merkel und den amtierenden Kanzler Olaf Scholz hart in die Pflicht. Sie hätten massiv zu diesem Unheil beigetragen, doch eine echte politische Aufarbeitung des Versagens bleibe aus. Statt Verantwortung zu übernehmen, wird der schwarze Peter hin und her geschoben.
Deutschland steht an einem entscheidenden Wendepunkt. Die Politik der ideologischen Verbote, der bürokratischen Gängelung und der gnadenlosen Steuerbelastung muss enden, wenn dieses Land seine wirtschaftliche Stärke und seinen sozialen Frieden erhalten will. Es braucht mutige Entscheidungen, pragmatische Lösungen und vor allem Politiker, die das Wohl der Bürger und der Wirtschaft wieder über Parteidogmen stellen. Die Uhr tickt, und die Geduld der Menschen – und der Industrie – ist nahezu am Ende.
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