Es begann als eine Geschichte, die eigentlich in die Rubriken der bunten Blätter und Klatschmagazine gehört hätte: Eine gescheiterte prominente Beziehung, verletzte Gefühle und ein öffentlicher Rosenkrieg zwischen der Moderatorin Collien Fernandes und dem Schauspieler Christian Ulmen. Doch was wir derzeit in der deutschen Medienlandschaft und auf den Straßen erleben, hat mit einer rein privaten Auseinandersetzung längst nichts mehr zu tun. Der Fall hat sich zu einem hochpolitischen Spektakel entwickelt, das zunehmend absurde und besorgniserregende Züge annimmt. Es geht nicht mehr nur um die Klärung einer Schuldfrage vor einem ordentlichen Gericht, sondern um die Durchsetzung einer massiven gesellschaftlichen Agenda, die auf Pauschalisierungen, kollektiver Schuldzuweisung und einer fragwürdigen Doppelmoral basiert. Immer mehr Beobachter, Kritiker und Politiker schlagen nun Alarm und entlarven das Schauspiel, das der Öffentlichkeit hier präsentiert wird.

Ein besonders eklatantes Beispiel für die politische Instrumentalisierung dieses Falles ist das Verhalten höchster Regierungsvertreter. Während die spanischen Behörden auf Mallorca das eigentliche Ermittlungsverfahren gegen Christian Ulmen gerade erst offiziell ausgesetzt haben, weil es an grundlegenden Voraussetzungen mangelt, schafft die Politik in Deutschland bereits eigene Tatsachen. Dass sich die amtierende Bundesjustizministerin in dieser völlig ungeklärten juristischen Situation öffentlichkeitswirksam mit Collien Fernandes in der Talkshow von Caren Miosga zusammensetzt, ist ein beispielloser Vorgang. Renommierte Politiker wie Wolfgang Kubicki kritisieren dieses Vorgehen scharf und völlig zu Recht. Wenn die oberste Hüterin des Rechtsstaates in einem laufenden, ungeklärten Verfahren derart einseitig Partei ergreift, sendet das ein fatales Signal. Es suggeriert, dass Schuld und individuelle Verantwortung nicht mehr im Gerichtssaal durch Beweise festgestellt werden, sondern in Fernsehstudios und durch öffentliche Empörungswellen. Der populistische Instinkt scheint hier weitaus stärker ausgeprägt zu sein als das rechtsstaatliche Gewissen.

Wie weit diese öffentliche Vorverurteilung und die emotionale Aufhetzung bereits gediehen sind, zeigt sich auf den Straßen der Republik. In Hamburg versammelten sich kürzlich Demonstranten zu einer Kundgebung, die an Theatralik und fast schon sektenähnlichen Ritualen kaum zu überbieten war. Die Bilder, die von dieser Veranstaltung in die Öffentlichkeit drangen, wirken verstörend: Frauen knieten oder saßen in Demutshaltung auf dem Boden, während die anwesenden Männer stehen bleiben mussten. Über Lautsprecher wurden diese Männer unmissverständlich dazu aufgefordert, tief in sich zu gehen und ihre eigene “Tätervergangenheit” aufzuarbeiten. Sie sollten sich gegenseitig in die Augen schauen und ein Versprechen abgeben, in Zukunft aktiv gegen Gewalt vorzugehen.

Diese Szenerie offenbart ein brandgefährliches Gesellschaftsbild. Männlichkeit wird hier per se mit Schuld und Täterschaft gleichgesetzt. Es spielt überhaupt keine Rolle mehr, ob der einzelne Mann, der dort auf dem Platz steht, in seinem ganzen Leben jemals einer Fliege etwas zuleide getan hat. Das Konzept der kollektiven Erbschuld wird reaktiviert und gnadenlos auf ein ganzes Geschlecht angewendet. Jeder Mann ist ein potenzieller Täter, der Abbitte leisten muss. Kritische Geister fragen sich unweigerlich: Warum lassen gestandene Männer eine derartige öffentliche Erniedrigung überhaupt über sich ergehen? Und warum demonstriert man nicht gegen konkrete, rechtskräftig verurteilte Täter, anstatt eine absurde Generalabrechnung mit allen Männern zu veranstalten? Diese Form der Sippenhaftung entzieht der wichtigen Debatte um echte Gewalt jegliche Ernsthaftigkeit.

Hinzu kommt die mehr als fragwürdige Inszenierung des vermeintlichen Opfers. Collien Fernandes trat bei dieser Hamburger Demonstration nicht einfach nur als Rednerin auf. Sie präsentierte sich der Menge in einer schusssicheren Weste, flankiert von Personenschützern und Security-Kräften. Unter Tränen erklärte sie, sie bekomme Morddrohungen, und betonte dabei explizit und wiederholt, dass diese Bedrohungen “zu 100 Prozent von Männern” stammäen. Diese martialische Selbstinszenierung wirft gravierende Fragen auf. Recherchen von alternativen Medienportalen ergaben rasch, dass die Hamburger Polizei im Vorfeld der Veranstaltung überhaupt kein konkretes, erhöhtes Bedrohungsszenario für Fernandes feststellen konnte. Das Tragen einer schusssicheren Weste wirkt in diesem Kontext weniger wie eine notwendige Schutzmaßnahme, sondern vielmehr wie ein dramaturgischer Kniff, um maximale emotionale Betroffenheit zu erzeugen und die Erzählung der permanenten Lebensgefahr aufrechtzuerhalten. Für viele neutrale Betrachter wirkt dieser Auftritt stark einstudiert, geradezu unecht. Anstatt zur Aufklärung beizutragen, wird das Feindbild “Mann” weiter zementiert und pauschalisiert.

Collien Fernandes tritt auf Demo in Hamburg auf – offenbar mit schusssicherer  Weste

Dass diese einseitige mediale Dauerbeschallung nicht unwidersprochen bleibt, ist der Mut einiger weniger Stimmen aus der Politik zu verdanken. Ein besonders prägnantes Gegenbeispiel lieferte ein vielbeachtetes Statement der AfD-Politikerin Marie-Thérèse Kaiser. Sie legt den Finger präzise in die Wunde der gesellschaftlichen Doppelmoral und entlarvt den selektiven Feminismus, der in Deutschland derzeit zelebriert wird. Kaiser stellt die essenzielle Frage: Warum wird bei bestimmten Frauen sofort bedingungslose Solidarität eingefordert und die gesamte mediale Maschinerie in Gang gesetzt, während bei anderen Opfern ein absolutes, eisiges Schweigen herrscht?

Wenn es um die Opfer von importierter Gewalt, um Gruppenvergewaltigungen oder Ehrenmorde geht, wird die mediale Berichterstattung plötzlich erstaunlich leise. Man warnt dann plötzlich vor Pauschalisierungen und fordert differenzierte Betrachtungsweisen. Doch wenn Vorwürfe – wie im Fall von Christian Ulmen – in den Raum gestellt werden, ist die Pauschalisierung gegen alle Männer sofort das Mittel der Wahl. Kaiser kritisiert völlig zu Recht, dass die deutsche Debattenkultur inzwischen davon geprägt ist, nicht mehr zu bewerten, WAS gesagt wird oder was passiert ist, sondern WER es sagt oder wem es passiert ist. Die Empörung ist hochselektiv. Eine prominente Moderatorin, die sich als Opfer von KI-Manipulationen sieht, bekommt Sondersendungen und Solidaritätsbekundungen aus der Bundesregierung. Doch Frauen, die sich politisch nicht im linksgrünen Mainstream bewegen – etwa Politikerinnen der Opposition –, werden im Stich gelassen. Wenn sie im Netz aufs Übelste rassistisch beleidigt werden oder Vergewaltigungsfantasien ausgesetzt sind, fehlt von den lauten Feministinnen und den staatlich geförderten Meldestellen jede Spur.

Diese Ungleichbehandlung lässt nur einen logischen Schluss zu: Der gesamte Fall Fernandes wird genutzt, um politisches Kapital zu schlagen und eine ganz bestimmte Agenda voranzutreiben. Es geht nicht um den Schutz von Frauen im Allgemeinen. Es geht um die schrittweise Einschränkung bürgerlicher Freiheiten unter dem Vorwand der Sicherheit. Immer lauter werden in diesem Zusammenhang die Forderungen nach einer strengen Klarnamenpflicht im Internet. Der emotionale Aufschrei über angebliche Deepfake-Videos und digitale Gewalt dient als Türöffner, um die Überwachung des digitalen Raums drastisch auszuweiten und den gläsernen Bürger zu erschaffen.

Kaiser zeigt sich von Verfassungsschutz-Verdikt unbeeindruckt

Das Schauspiel, das uns derzeit auf allen Kanälen präsentiert wird, ist eine toxische Mischung aus Vorverurteilung, Geschlechterkampf und politischem Kalkül. Solange individuelle Schuld nicht juristisch bewiesen ist, haben Lynchjustiz und kollektive Bußrituale in einer aufgeklärten Gesellschaft nichts verloren. Es wird höchste Zeit, dass die Bürger dieses durchsichtige Manöver durchschauen und sich gegen die pauschale Diffamierung und die drohende Einschränkung ihrer Freiheitsrechte zur Wehr setzen. Die Inszenierung mag perfekt choreografiert sein – doch das Publikum beginnt, die falschen Kulissen zu erkennen.